Andreas Gabalier sorgt wieder mal für Aufregung! Mancher fühlt sich nun bestätigt denn auch everybodys Darling Marcel Hirscher meinte in einem Zib2-Interview auch er singt die Bundeshymne so wie er sie gelernt hat. Der Unterschied ist aber Marcel hält sich für lernfähig auch die neue Version zu erlernen. Erster, Andreas, ist mir definitiv ziemlich Wurst (das ist Absicht) und der Zweite, Marcel, ist definitiv einer der größten Skisportler die es je gab. Im Winter verbringe ich viel Zeit vor dem Fernseher und fiebere bei jedem Tor mit, poste die Ergebnisse und freue mich wenn er siegt. Hört man seinem ganzen Interview mit Armin Wolf genau zu, erzählt er die Hymne so zu singen wie er sie gelernt hat, aber wenn es von seinen Fans gewünscht wird, lernt er sie auch gerne um. Eine Einsicht die Gabalier nicht hat. Wobei seine Fans das ja auch nicht verlangen würden. Ergebnis ist, im Netz wird wieder einmal heiß diskutiert, nicht nur wird Marcels Aussage gekürzt interpretiert, und für manchen sind Gabaliers Aussagen bei einer Award Verleihung Provokation und für andere Heldentum. Gabalier forderte dort Toleranz dafür ein, das er „Weiberl“ liebt. Der Versuch Conchita Wurst damit zu provozieren scheiterte, elegant und sehr Damenhaft beklatschte sie auch diesen Ausgezeichneten. Und Gott sei dank hat Conchita Wurst am selben Abend einige Awards gewonnen, dann alle anderen Preisträger 2015 sind Männer. Ein Umstand der unserer Musikszene durch aus mehr zu denken geben sollte. Da verlangt es mehr Aktion als Gabaliers Aussagen auszubuhen oder zu pfeifen.

Was mich aber wirklich ärgert ist die Art der Diskussion die jetzt so über das Frauenbild unserer Gesellschaft entsteht. Wir streiten über ein Binnen-I oder über die Töchter in einem Lied, komische provokante Marketingorientierte Aussagen und dabei werden andere Fehleinschätzungen unseres gesellschaftlichen Frauenbildes übersehen. Die Werbung kann hier unzählige Beispiele aufzeigen. Und ich meine hier nicht die offensichtliche „Sex sales“ Werbung. Denn ästhetische schöne Körper sind durchaus legitim. Was mir aber auffällt sind die unterschwelligen Andeutungen: der tolle Installateur der, der dummen Hausfrau das richtige Waschmittel gibt, oder umgekehrt der arme dumme Mann der glaubt er kann die Geschirrspülmaschine voll stopfen – es ist die Frau die dafür das richtige Spülmittel hat und so dem armen Mann seinen Triumph lässt. Ein großartiges Frauenbild 😉 Die Frau ist für den Haushalt zuständig, weil nur sie sich richtig auskennt, und wenn sie einen Fehler macht dann ist der kluge Installateur da der ihr aus der Patsche hilft.

Oder ein anderes Beispiel (eines das mich wirklich aufregt) das wirbt ein deutsches Versandhaus mit einer Dschungelszene, der Mann schildert ganz aufgeregt von seiner Begegnung mit einem Gorilla und im entscheidenden Moment unterbricht ihn seine Frau weil sie das „perfekte“ Kleid gesehen hat. – Mein Gott sind Frauen oberflächlich….

Das Erschreckende daran ist aber nicht die Werbung selbst, denn Werbemacher forschen und spekulieren bei ihren Produktionen wie sie am besten ihr Produkt an den Mann/Frau bringen – sie produzieren Zielgruppenorientiert. Also sind es augenscheinlich die Konsumenten die sich von dieser Werbung angesprochen fühlen. Also sind wir selbst diejenigen die es in der Hand haben, dieses gesellschaftliche Bild zu ändern. Gesellschaftspolitik ist kompliziert und langwierig.

Ich glaube einfach nicht, dass wir das Frauenbild per Gesetz ändern können, es ist ein langsamer Prozess und manches wird bleiben (also der dumme Mann der den Geschirrspüler nicht bedienen kann 😉 Aber die Bundeshymne und ihre Änderung ist ein Symptom dieses Prozesses. Aber auch Andreas Gabalier ist ein Symptom dieser Entwicklung, es braucht einen Gegenpol und das sind wohl seine Liedertexte mehr denn seine minder wichtige politische Meinung. Einmal gehört und ich bin kein Fan geworden. Marcel Hirscher hat ein sehr überlegtes ruhiges ehrliches Interview gegeben und hat Feingefühl bewiesen. Also werde ich ihm auch weiterhin die Daumen halten, mich bei seinen Interviews amüsieren und über jeden Sieg freuen, denn das entspricht unserer Rollenaufteilung dieser Welt…..


Übermorgen ist wieder Großkampftag in der Wiener Innen Stadt. Der sogenannte Akademiker-Ball findet statt – in der Hofburg wird getanzt und in der restlichen Innen Stadt herrscht Ausnahmezustand. Wer mich kennt weiß,  dass meine Sympathie ganz eindeutig den Gegnern von jeder Art von rassistischemn und „rechtem“ Gedankengut gilt. Mein Herz schlägt also eigentlich für die auf der Straße. Doch wenn diese schon im Vorfeld bei Pressekonferenzen Ausschreitungen ankündigen und nicht bereit sind zur gewaltfreien Demonstration aufzurufen, dann setzt mein Herz aus. Was wollen Sie den damit erreichen? Zeichen setzen kann man auch ohne Gewalt.

Ausschreitungen rund um Bälle haben in Wien ja schon bald genau soviel Tradition wie die Bälle selbst. So haben die Anti-Atom-Bewegung Ende der Achtziger Jahre mit den Opernballdemos begonnen – nach legendären Straßenschlachten mit Molotowcocktails auf der einen Seite und Wasserwerfer auf der anderen, schlief diese Demonstrationsbewegung in den 90zigern ein wenig ein. Im Jahr 2000 gegen die neue schwarz/blaue Regierung wieder ins Leben gerufen, gab es dann die sogenannten Donnerstagsdemos. Mit Farbsackerl und Eiern wurde geworfen, im Vergleich zu Molotowcocktails ein Fortschritt.

Positiv erinnere ich mich an das Lichtermeer. Als im Jahr 1992 Jörg Haider und die FPÖ unter dem Motto „Österreich zuerst“ ein Volksbegehren initiierte, das Ende Jänner bis Anfang Februar 1993 zur Unterschrift auflag, sammelten sich Gegner dieser Anti-Ausländer-Idee zum friedlichen Protest. In den 2 Wochen Auflagezeit unterschrieben etwas über 400.000 Menschen das Volksbegehren. Zugegeben eigentlich eine erschreckende Zahl, aber Höhepunkt war denn doch der 23. Jänner 1993 – da gingen 250.000 Menschen in Wien auf die Straße um GEGEN dieses Volksbegehren zu demonstrieren. Friedlich mit Kerzen in der Hand ging diese Demonstration als Lichtermeer in die Geschichte ein. Letztendlich führte diese Gegenbewegung zur ersten Spaltung der FPÖ. Damals entschied sich Heide Schmidt (damals stv. Vorsitzende der FPÖ) nicht nur dazu, eine Kerze in ihr Bürofenster im Parlament zu stellen, sondern auch mit 4 anderen Abgeordneten die FPÖ zu verlassen und das Liberale Forum zu gründen.

Ja das Liberale Forum war nicht von langer Lebensdauer, aber die Spaltung der FPÖ damals war eine echte politische Auswirkung. Wohin führen die Protestkundgebungen heute? Durch die Gewaltbereitschaft – durch die Ausschreitungen – die im Vorfeld sogar als Motto und Ziel der Demontrationen zu erkennen sind – fühlen sich tolerante und antirassistische Menschen dazu genötigt, Partei für einen Ball zu ergreifen, der so gar nicht ihres ist. Vor allem aber führt es zu einem engerem Zusammenrücken der „rechten“ Szene! Persönlich hege ich manchmal auch den Verdacht, dass die „linke“ Szene ihren Lebenzweck verlieren würde, wenn sich Vorurteile und rassische Tendenzen reduzieren würden. Manch komische Allianz wird geschlossen – befinde ich mich hier in einem Boot mit Peter Pilz, auch der verurteilt die Vorgangsweise der NOWR.

Fest steht Gewalt löst nur Widerstand aus. Deshalb bitte ich um mehr Lichtermeere und weniger Molotowcocktails – im Sinne der Toleranz und dem respektvollen Umgang miteinander.


Tuğçe eine junge Frau kurz vor ihrem 23 Geburtstag zeigt Zivilcourage und bezahlt dafür mit ihrem Leben. Das Mädchen zeigte Mut und verteidigte zwei andere Frauen die belästigt wurden. Wenig später wurde sie auf einen Parkplatz niedergeschlagen. Und heute am 28. November ihren 23 Geburtstag haben die Eltern die Lebenserhaltenden Maschinen abgestellt.

Diese Geschichte geht um die Welt, die Deutschen Medien berichten jeden Tag seit dem Überfall. Menschen beten vor dem Spital in dem die Heldin stirbt. Kluge Leute schreiben viele Kommentare, alle Loben die Zivilcourage von Tuğçe. Gleichzeitig findet man im Netz ein Video von einem Experiment: Ein Mann verprügelt scheinbar seine Frau in einem Aufzug, von über 53 Zugestiegenen Personen – egal ob Mann oder Frau – hat nur eine Frau echt eingegriffen und mit der Polizei gedroht. Was sagen uns diese beiden Geschichten über unsere „aufgeklärte“ Gesellschaft?

In beiden Fällen im realen und im Experiment sind es Frauen die die Zivilcourage haben einzugreifen – und das ist sicher auch Ergebnis der Emanzipation. Tuğçe ist ein europäisches Mädchen das Lehramt studiert hat und eine schöne Zukunft vor sich hatte und übrigens eine der Sorte Frauen vor denen sich Präsident Erdgoan so fürchtet – selbstbewusst und emanzipiert.

Der tragische Tod von Tuğçe sollte aber niemanden abschrecken Zivilcourage zu zeigen wenn es nötig ist. Sondern das Verhalten dieser tollen Frau sollte uns allen Mut machen einzugreifen, wenn man Gewalt oder Gewaltandrohung sieht – so das bei einem Wiederholungsexperiment mehr als nur eine Person zum Handy greift und die Polizei holt.


Twitter, Facebook, Google+, das Internet im Allgemeinen, Fernsehen, Zeitungen usw. täglich stürmen eine Unmenge von Daten auf uns ein. Die unterschiedlichsten Nachrichten und Mitteilungen werden auf die Reise geschickt. Klatsch, Politik, Sport, Wetter… es wird immer mehr worüber wir informiert werden und wo vorausgesetzt wird das wir es mitbekommen. Bei der Menge an Informationen ist es beinahe logisch, dass wir oft nur an der Oberfläche eines Themas kratzen. Nicht weiter tragisch, wenn wir nicht jeden Artikel zu einer Promischwangerschaft lesen oder dem Konzert von Miley Cyrus, aber bei politischen Schlagzeilen oder Weltereignissen ist die Oberfläche doch etwas wenig. Denn sobald wir auf Grund der Informationen die wir bekommen, Entscheidungen treffen müssen sollten wir auch möglichst gut informiert sein.

Und auch wenn wir möglichst viele Daten und Fakten kennen sind Entscheidungen meist mehr Bauch, denn Kopf Angelegenheit. Gerade im politischen Bereich wird oft emotional gehandelt, auf allen Seiten. Wähler, Politiker und Journalisten, die wichtigsten Player in einer Demokratie, spielen gegenseitig mit den Ängsten und Gefühlen des jeweilig anderen. Auf der einen Seite wird nicht recherchiert, auf der Anderen nicht genau erklärt und die dritte Partei liest die Schlagzeile und hat ihre Meinung schon parat. Alles spielt sich auf der Oberfläche hab, in Schlagzeilen gedacht, erklärt und gehandelt. Braucht es einen da wundern wenn wir den Eindruck haben in nur 140 Zeichen zu leben?

Versuchen wir doch alle mehr als nur an der Oberfläche zu kratzen, informieren wir uns, recherchieren wir selbst und dann sich eine eigene Meinung bilden.

Doch so wichtig politische Entscheidungen sind, das zwischenmenschliche sollte uns dennoch wichtiger sein. Aber auch hier geht’s selten über die Oberfläche hinaus. Wehe dem der die Frage: „Wie geht’s dir?“ ehrlich beantwortet. Wie würden wir reagieren wenn unser Gegenüber antwortet: „… eigentlich schlecht, ich weiß nicht wie es derzeit weitergeht….“. Ein paar Mitfühlende Worte? Oder zuhören? Eventuell sogar helfen? Die meisten Menschen riskieren bei dieser Frage nichts und antworten: „Danke gut.“ Anderseits gibt so mancher sein Innerstes preis, auf der Timeline im Facebook kann man täglich den Gesundheitszustand oder die Gefühlswelt der FB-Freunde überprüfen. Dafür hat Facebook ja auch die unterschiedlichsten Smilys entworfen, ein kurzer Klick und der Gefühlsstatus ist öffentlich. Krankheitsmeldungen lösen eine Flut von gute Besserungswünschen, bei anderen Mitteilungen ist es schon etwas schwieriger, da sieht man doch einen Altersunterschied. Die Jüngeren fragen intensiver nach und da kann sich schon mal eine lange Diskussion über die Lehrerin oder den „Depperten“ entspinnen, dass das jeder mitlesen kann scheint hier ziemlich egal.

Wir leben in einem Zeitalter der Daten, Mitteilungen und Nachrichten, das ist per se nicht schlecht, aber welche Fakten oder Statusmitteilungen wichtig sind muss jeder für sich selbst entscheiden. Dort wo es uns wichtig ist sollten wir uns bemühen tiefer zu graben, zu hinterfragen und uns nicht abspeisen zu lassen. Das gilt für persönliche Hilfestellungen genauso wie für Entscheidungen im Privaten wie im Beruflichen Bereich oder gar in der Politik. Interessieren wir uns doch für die Hintergründe und bilden uns daraus unsere Meinung, graben wir tiefer und kratzen nicht nur an der Oberfläche.


Betrachtet man es sportlich so hat am Sonntag die Österreichische Volkspartei die Wahl zum Europäischen Parlament gewonnen. Als Sportlerin habe ich zweimal einen Meistertitel gewonnen, und es ist vollkommen gleichgültig das ich in einem Jahr mit mehr als 66% der Punkte gewonnen habe und im Jahr darauf es nur knappe 64% waren. Tatsache ist mein Pferd und ich waren beide Male besser als alle Anderen. Ehrgeizig wie ich bin möchte ich nur auch festhalten: es waren mehr Mitreiterinnen als es dieses Jahr Wahlwerbende Parteien gab. Bei sportlichen Gewinnen gilt das Endresultat des Tages, wie sieht das also im politischen Bereich aus?

Politisch, das konnten wir ja schon bei der einen oder anderen Wahl feststellen, ist manchmal der Viert- oder der Drittplatzierte, zumindest der mediale Sieger. Ein wunderbares Beispiel dafür ist die letzte Nationalratswahl: als politischer Sieger wurden die NEOs Land auf Land ab gefeiert. Schafften sie doch auf Anhieb den Einzug ins Parlament. Sportlich gesehen, waren aber sie nur sechste, und weit entfernt von den “Medaillenrängen”. Verlierer waren damals die beiden Regierungsparteien, und das obwohl die SPÖ, wiederum aus dem sportlichen Blickwinkel gesehen, als erste durchs Ziel ging.

Aber die Europawahl 2014 die bildet selbst unter politischen Gesichtspunkten eine Besonderheit. Durch die frei werdenden Kapazitäten der Liste Martin (kaum einer kann sich an diese überhaupt noch erinnern, die von Krones Gnaden im EU-Parlament sitzenden EU-Kritiker rund um Hans Peter Martin) entstand ein Unikum. Denn diese Stimmen haben sich eigentlich recht gleichmäßig auf die oppositionellen Wahlwerber verteilt. Zw. 5 und 8 Prozent Plus konnten die FPÖ, Grüne und NEOS jeweils für sich verbuchen. Bedenkt man die unterschiedlichen EU-Ansätze, der drei Parteien und der ehemaligen Liste Martin, macht einem das noch nachdenklicher. Hans Peter Martin der sich darauf spezialisiert hatte Missstände bzw. tatsächliche und vermeidliche Korruption innerhalb des Europäischen Parlaments aufzudecken zog 2004 und 2009 vor allem EU-Kritiker an. Die SPÖ blieb heuer mehr oder weniger gleich – nur die ÖVP musste rund 3% einbüßen, was deutlich unter dem erwarteten Minus lag, aber zum ersten Platz reichte. Also haben alle gewonnen.

Doch abgesehen von der ÖVP haben eigentlich nur die Grünen auch ihr selbstgestecktes Wahlziel erreicht. Die Grünen fuhren das beste Bundesweite Ergebnis ihrer Geschichte ein und die ÖVP hat eigentlich nie etwas anderes gewollt als Erste zu bleiben. Positiv ist vor allem,  dass die beiden fachlichen Spitzenkandidaten Lunacek und Karas gewonnen haben, persönlich stärkt das mein Vertrauen in die österreichischen Wähler. Es sieht so aus als würden sie Kompetenz doch zu schätzen wissen. Über die SPÖ braucht man kaum ein Wort zu verlieren sie wollte Erste werden. Spitzenkandidat Freund hielt sich sogar für den künftigen Reformmotor in der EU. Die FPÖ wollte der Regierung einen Denkzettel verpassen und Prozentuell auf SP und VP aufschließen, zeitweise glaubten sogar einige Kommentatoren sie könnten erste oder zweiter werden, weit gefehlt. Und da wären noch die neuen NEOs, die Shootingstars der heimischen Politszene, übereifrig sahen sie sich als die einzigen echten Europäer und sprachen von zweistelligen Ergebnissen und mindestens zwei Mandaten, das sie ihr Nationalratswahlergebnis fast verdoppelt haben realisierte erst die sonst nicht so geschickte Spitzenkandidatin am Sonntagabend.

Politisch Betrachtet ist es also möglich eine Wahl mit nur Gewinnern, gleichzeitig aber auch nur Verlierer, zu schlagen. Ein eigentlich sehr unspannendes Ergebnis. Die einzige Möglichkeit für Empörung und demokratiepolitische Bedenken sehen die Kommentatoren jetzt daher in der geringen Wahlbeteiligung. Wer sich nicht an Demokratie beteiligt ist selber schuld? Oder sind es doch die Politiker die die Menschen nicht genügend mobilisieren? Nicht genügend Emotionalisierung? Und das obwohl wir uns doch gerade darüber gefreut haben dass die Vernunft und die fachliche Kompetenz gewonnen hat? Also was jetzt mehr Inszenierung? Mehr Spektakel?

Mir persönlich ist die fachliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit der Zukunft Europas, Österreichs und Wien am liebsten. Showdowns im TV, unqualifizierten Spionagebehauptungen, gegenseitige Anschuldigungen oder auch Verleumdungen und manipulativ veröffentliche Meinungsumfragen sind zwar medial einfacher zu verkaufen aber demokratiepolitisch eigentlich bedenklich.

Generell glaube ich,  dass wir uns sukzessive ein neues Demokratieverständnis aufbauen müssen. Ob das eine Stärkung des Persönlichkeitswahlrechtes bedeutet, oder andere Wege gefunden werden, müssen wir noch erarbeiten, aber für mich ist eines klar – es muss eine Entwicklung geben, denn Stillstand ist Rückschritt.


Die letzten Tage war ich krank zu Hause. Die erste Zeit hab ich nur geschlafen, Kopfweh bedingt konnte ich nicht lesen, keine Computer und schon gar nicht fernsehen. Aber heute ging´s bergauf und ich hab mir das TV-Programm angeschaut. Darüber möchte ich mich nicht auslassen. Über Daily Soaps und Reality Shows haben sich bereits genügend Menschen ausgelassen – das lass ich deshalb aus. Ich hab mir zwei DVD des selben Themas angeschaut: “The Lion in Winter“ einmal aus dem Jahr 1968 und einmal aus dem Jahr 2003.

Die Handlung des Films ist in beiden Verfilmungen identisch, sogar Textlich (im Original) hält sich die Neuverfilmung an das Original und das wieder um richtet sich nach dem Theaterstück von James Goldmann. Es geht um Heinrich II von England und seine Frau Eleanor von Aquitanien die sich eines Weihnachtsabends um die Thronfolge streiten. Die drei Söhne John, Geoffrey und Richard mischen genauso mit, wie der König von Frankreich Philipp und seine Schwester Alais die auch noch Henrys Geliebte und Richards Verlobte ist. Es geht um Macht, Gier und Intrigen 2003 genauso wie 1968.

Worin also besteht der Unterschied zwischen den beiden Verfilmungen? Vor allem in den Schauspielern natürlich. 1968 waren die beiden Hauptrollen mit  Katharine Hephurn und Peter O´Tool besetzt – 2003 spielte Glen Glose die Eleanor und Henrich wurde von Patrick Stewart dargestellt. Hepurn und O´Tool sind einfach großartig, überzeugend in Stimme und Spiel. Auch Glen Glose ist eine großartige Eleanor, ihr Partner Patrick Stewart, obwohl vor seiner Raumschiff Enterprise Rolle Theaterschauspieler, ist leider nicht so überzeugen. Gut der Vergleich mit einem Peter O´Tool ist immer schwierig und dessen Spiel in vielen Rollen unübertroffen, aber leider ist Stewart ziemlich hölzern und steif. Auch die Nebenrollen sind 1968 mit heute sehr berühmten Schauspielern besetzt, u.a. ist Anthony Hopkins als Prinz Richard großartig und Timothy Dalton als König Philipp annehmbar. Sie spielen in einer der Schlüsselszene, die fast ident im Jahr 2003 von Andrew Howard als Richard Löwenherz und Jonathan Rhys Meyers als Philipp gespielt wurde, einfach gut. Doch gerade diese Szene ist eine der wenigen Szenen die mir in der Verfilmung 2003 besser gefällt. Ja klar ich bin Jonathan Rhys Meyers Fan, aber ich bin überzeugt auch andere finden JRM besser als Dalton. Das geheimnisvoll intrigante kommt einfach überzeugender. Timothy Dalton ist doch eher ein Heldendarsteller.

Im Großen und Ganzen aber ist die alte Version einfach großartiges Kino und die Neue kommt nicht an sie heran. Vom Schauspiel bis hin zum „Bühnenbild“, auch die Düsternis im Jahr 1968 hat mehr Atmosphäre. Allein Glen Glose und Jonathan Rhys Meyers sind es die die Version aus 2003 dennoch sehenswert machen.

Mir hat der Vergleich heute Spaß gemacht und die Langeweile beim Krank sein ausgetrieben. Ab morgen beschäftige ich mich wieder mit Politik und hoffe ich bekomme nicht gleich wieder einen Migräneanfall.


Es ist schon immer wieder erstaunlich, seit Wochen bzw. eigentlich schon seit Jahren wird die ÖVP tot geschrieben. Mal ist es eine einzelne Stadtpartei, mal ist es der Bund. Manche große Zeitschrift hat sein Cover schon als Totenanzeige gestaltet oder es gibt geschmacklose Twitternachrichten von Oppositionsabgeordneten. Seit ich politisch denken kann begleiten mich auch schon Abspaltungs-gerüchte. Und mit der Entstehung der NEOS gibt es ja sogar einen Beweis, dass eine neue „bürgerliche“ Partei entstehen kann. (wobei man sicher über die Bürgerlichkeit der NEOS diskutieren kann – ist aber heute nicht mein Thema). Eines mal gleich vorausgeschickt, die Tatsache das es jetzt wieder Abspaltungsgerüchte gibt beweist zumindest das die NEOS auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind.

Gut also heuer stehen wieder ein paar Wahlen an und ein paar Wahlen haben sogar schon stattgefunden. Da wären mal die AK-Wahlen, egal was man sagt, dort scheint alles beim Alten zu bleiben. Es geht keiner hin (was eigentlich eine Schande ist wenn man bedenkt wie viele wichtige Entscheidungen dort getroffen werden z.B. über das österreichische Gesundheitssystem) und die FSG hält Bundesweit gesehen seine Mehrheit. Bei den Salzburger Gemeinderatswahlen gelten die NEOS als die großen Sieger weil sie von Null auf Zweistellig gekommen sind. Wen interessiert´s da schon wer in welcher Gemeinde Bürgermeister geworden ist. Ist doch wurscht 😉

Und dann kommen da demnächst die EU-Wahlen, eine Denkzettelwahl für die Regierungsparteien, wie jetzt schon medial überall verbreitet wird. Sogar wenn ein paar Umfragen auftauchen die die ÖVP auf Platz eins sehen, steht die Volkspartei bereits wieder als der Verlierer fest. Und jetzt betrachten wir einmal die Interne Reaktion der ÖVP:

Beginnen wir mit den Wählern die mir so tagtäglich über den Weg laufen, selbst Freunde und Bekannte die sonst nicht politisch aktiv sind hinterfragen nun bei mir, was denn mit dieser ÖVP los sei, was ich von den NEOS halten würde und warum denn diese Regierungsparteien nicht einfach „machen“. Da muss man halt… ist eine Floskel die in diesem Zusammenhang, egal welches Thema, immer wieder höre. Als ob Politiker nicht gerne einfach machen würde. Selten sind sich die Menschen im Klaren darüber, welchen systemischen Zwängen Entscheidungsträger ausgesetzt sind. Aber eines stellt man schon mal fest – die Leute beobachten das Geschehen, sagen aus dem Bauch heraus ihre Meinung. Egal ob zu Hypo oder zur Homoehe jeder hat eine Position und oft auch eine „Lösung“ die er vehement vertritt – von Politikverdrossenheit keine Spur, sauer auf die etablierten Parteien schon.

Dann kommen die ÖVP-Funktionäre, bereits mürbe vom Jahrzehntelangen Verteidigungskampf, können sie angesichts der Fragen und Vorwürfen denen sie sich jeden Tag ausgesetzt sehen kaum eine positive Stimmung aufkommen lassen. Ja da wird auf internen und externen Plattformen, ob nun virtuell oder real, gejammert und gestöhnt meist auf die höheren Instanzen. Warum auch, lesen sie ja jeden Tag in der Zeitung, dass die ÖVP schon tot ist oder stirbt. Mancher wehrt sich – denn er/sie fühlt sich nicht tot und ist doch Teil dieser ÖVP. Und dann die klassischen Einwürfe ehemaliger Spitzenpolitikern mit g´scheiten Sprüchen. Da wird manch fleißiger Funktionär auch schon mal ziemlich sauer, auf die „Oben“ die „Alten“ und natürlich die „Medien“

Und dann zum Schluss die offizielle Bundespartei, die das Problem zu ignorieren scheint. Betonung liegt auf scheint. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie hilflos man sich in solchen Situationen fühlt. Von allen Seiten hört der Spitzenpolitiker und seine Mannschaft nur was falsch ist. Welches die bessere Lösung gewesen wäre. Nicht konservativ genug – nicht liberal genug – nicht ehrlich – nur Machtgeil – und am Schluss natürlich ist die ÖVP generell korrupt. Die Journalisten sind Feinde, von den Wählern hört man auch nur Beschwerden, selten schreibt einer wenn er zufrieden ist, die eigenen Funktionäre lassen einem im Stich und in dieser Atmosphäre soll man dann noch Arbeiten. Also ist man dann sauer auf die ganze Welt.

Am Schluss noch ein kurzes Wort zu den Journalisten – die sind nämlich natürlich auch sauer. Sauer auf die Politik denn es gibt keine guten Storys, also bleiben ihnen nur Vermutungen und Spekulationen. Durch das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Medien geht diese Spirale immer mehr nach unten.

Wir halten fest alle sind sauer – sauer auf einander und sauer auf sich selbst – und wie kommen wir aus diesem Teufelskreis? Das ist eine Frage die sich nicht nur die ÖVP stellen sollte, sondern das ganze System. Und bevor nun alle verzweifeln, so sagt uns die Geschichte, dass in den schwierigsten Situationen es immer wieder die ÖVP war die über Lösungen nachgedacht hat. Und auch gehandelt hat, selbst wenn die ÖVP kurz vor dem Auszählen ist, sie arbeitet weiter für Österreich und vergräbt sich nicht im Selbstmitleid. Im Anbetracht der Entwicklungen der letzten Tage, Mölzer Entgleisungen und Russen Sager von Frau Mlinar, und der Tatsache das Othmar Karas, aber auch Elli Köstinger, Heinz Becker und Paul Rübig seit Jahren für Österreich in Europa arbeiten wird der 25. Mai zeigen wo die ÖVP steht!


Morgen gehen die Olympischen Winterspiele von Sotschi zu Ende und die Olympiade beginnt. Nach der Londoner Niederlage ohne Medaille kann Österreich mit 17 Medaillen durchaus zufrieden sein. Diesmal wird es also keine großen Diskussionen über die Sportpolitik geben und wir werden unseren goldenen, silbernen und bronzenen Damen und Herrn feiern.

Wer mich kennt weiß, selber habe ich vor allem die Alpinen Bewerbe verfolgt – bin nun mal ein totaler Ski Freak. Natürlich hab ich jedes Edelmetall bejubelt – auch Snowboard, Biathlon, Nordische Kombinierer oder die Skispringer…. Aber am meisten natürlich die Goldenen in Abfahrt Herrn, Slalom Herrn, Super-G Damen, die Silberne im Slalom Herrn, Super-G Damen, Slalom Damen, Riesentorlauf Damen und die Bronze Super-G Damen, Slalom Damen.  Habe mich wie alle Superfans über die Österreichischen Kommentatoren geärgert und laufend auf Facebook den Zwischenstand gepostet (mein persönlicher Tick). Sportlich fand ich sowohl die Kurssetzung im Super-G (Damen)als auch die im Slalom (Herrn) etwas zweifelhaft, auch wenn wir Österreicher letztendlich davon profitiert haben. Bedauert habe ich die Mitfavoriten Svindal und Neureuther die ohne Medaille nach Hause gefahren sind. Mag die Zwei einfach. Das waren Tage einfach Emotionen pur – einfach geil 😉

Als ordentliche Zuschauerin hab ich natürlich die politischen Diskussionen rund um die Spiele genauso beobachtet, wie ich den „Skandal“ rund um die Eisläuferinnen verfolgt habe. Aber ehrlicherweise muss ich sagen ich habe den Sport in vollen Zügen genossen. Freundschaften wie die zwischen Hirscher und Neureuther – die ehrliche Freude von Kathrin Zettel über eine Bronzemedaille und die freundlichen Postings von Morgenstern zu jeder österreichischen Platzierung zeigen mir, bei allem Ehrgeiz, Olympia verbindet Menschen.

Natürlich darf man’s nicht unkritisch sehen, aber mir ist lieber wir Konkurrenzierung im Sport als die Menschen schlagen sich die Köpfe ein. Und auch deshalb freu ich mich wieder auf die nächsten Olympischen Spiele, auch auf die Sommerspiel ;-), aber als Österreicherin natürlich mehr auf 2018, vielleicht schaff ich es ja mal auch bei Winterspielen live dabei zu sein (Sommerspiele habe ich schon besucht – Sydney und London)


Ich habe gestern, Montag den 17.2.2014, zumindest teilweise, mittels Livestream, die Sondersitzung des Nationalrates verfolgt. Es ist ganz bestimmt nicht meine erste Sitzung die ich anhöre und es wird wohl auch nicht die Letzte sein. Aber ehrlich einfach war das nicht. Keine Angst ich werde mich jetzt nicht einreihen in die Hundertschaften von Kommentatoren, gescheiteren oder weniger gescheiteren, die das Hypo Alpen Adria Problem analysieren. Ich habe weder Wirtschaft studiert, noch behaupte ich Finanzexpertin zu sein und um es mit Fred Sinowatz zu sagen „es wird immer komplizierter“. Was ich aber beurteilen kann ist das politische Chaos das sich derzeit abspielt.

Da sind zu erst mal die beiden Koalitionsparteien die eine Lösung suchen. Sie wirken ein wenig orientierungslos und unentschlossen, so ein Verhalten suggeriert dem Beobachter die handelnden Personen hätten ein  schlechtes Gewissen. So jedenfalls interpretieren das viele Journalisten und Kommentatoren und natürlich der politische Gegner. Die Argumentation, dass das finanzielle Debakel noch nicht einschätzbar ist, ist vielleicht ehrlich aber leider nicht befriedigend. Alle wollen wissen wie viel es nun am Schluss kosten wird. Doch wer hat schon eine Glaskugel und kann damit in die Zukunft sehen.

Doch bei aller berechtigter Kritik an SPÖ und ÖVP, das was die Oppositionsparteien angesichts einer Wirtschaftspolitischen Katastrophe aufführen beweist nur, dass keine dieser Parteien Staatstragend ist. Fast scheint es so als wären Rache und Aktionismus ihr einziges Interesse, man könnte es auch verantwortungslos nennen. Und das sind sie die Oppositionsparteien ja auch – denn sie tragen ja deutlich weniger Verantwortung und das nützen sie in dieser Angelegenheit weidlich aus. In Sachen Hypo sind sie mehr daran interessiert Schuldige zu finden, Verschwörungstheorien und mit Beschuldigungen herum zu werfen – kurzum Kapital daraus zu schlagen – als eine Lösung zu finden.

Tja und dann gibt es da die Zeitungen, nicht nur aus Österreich, die täglich neue Horrorzahlen veröffentlichen, spekulieren und vor allem damit beschäftigt sind einen oder mehrere Schuldigen zu finden. Das gerade in dieser Angelegenheit die Staatsanwaltschaft und Gerichte schon damit beschäftigt sind interessiert dabei niemanden. Denn es geht ja in Wahrheit nicht darum was und wie die Hypo so in Schwierigkeiten geraten konnte, sondern darum welche Fehler bei den scheinbar gescheiterten Rettung der HAA passiert sind. Wobei auch hier keiner einfach Fehler oder Fehleinschätzungen sucht sondern immer auch unlautere Motive unterstellt werden, insbesondere natürlich von den Boulevardmedien und den Oppositionsparteien.

Persönlich ist mir, vor erst einmal, die Schuldfrage fast egal, ich würde gerne wissen wie wir wieder aus diesem Schlamassel heraus kommen. UND dann interessiert mich die Verantwortung, allen voran natürlich die rechtliche und wenn es dann eine politische Verantwortung gibt die natürlich auch! Mir wäre auch wichtig das, angesichts der nationalen Katastrophe, ALLE politischen Verantwort-ungsträger an der Problemlösung interessiert sind – denn dann könnte der österreichische Wähler vielleicht einmal eine Wahl treffen anhand der TATEN aller Parteien! 


Alice Schwarzer, Valérie Trierweiler, Larissa Marolt* und Melanie Müller*, das sind die vier Frauen der letzten Tage und Wochen die unsere Boulevardmedien beschäftigt haben. Auf den ersten Blick haben diese Frauen kaum etwas gemeinsam (abgesehen davon das die letzten beiden gemeinsam im „Dschungelcamp“ waren) Und doch stehen sie für die Frauenbilder die sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren zusammengezimmert hat. Fangen wir von hinten an:

Da wäre mal Melanie Müller – der lebendig gewordene Männertraum, Sexbombe, natürliches Mädchen, patenter Kumpel und nix von weiblicher Stutenbissigkeit. Genau so stellt Mann sich das vor. Und doch kaum ward sie zu Dschungelkönigin gekrönt konnte man in den Internetforen schon böse Kommentare ala „Blank ziehen aus Kalkül“ oder „eine Hure wird Königin“ (wäre übrigens nicht das erste Mal in der Menschheitsgeschichte 😉 – Tja der Neid is´ scho´ a´ Hund.

Dann ihre „Konkurrentin“ Larissa Marolt – sie beherrschte die mediale Berichterstattung des Dschungelcamp. Die große Frage die sich für alle stellte „ist die Echt?“. Da haben sich komische Leute „fremdgeschämt“ andere haben sie verteidigt. Im Camp waren, insbesondere die Männer hin und her gerissen davon sie einerseits als Nervensäge zu beschimpfen oder sie zu bevormunden. Ach ja und wie sagte einer der Camper „du musst ihr nur sagen was sie tun soll….“ Und das natürlich laut und deutlich, dann funktioniert sie schon. Also diese Frau, natürlich groß, schlank und blond, muss Mann nur sagen was sie tun soll  – noch ein wahrhafter Männertraum.

Valérie Trierweiler die von ihrem Lebenspartner dem französischen Premierminister verlassen wurde. Erst bemitleidet, dann, als sie sich nicht so gramgebeugt zeigte wie man sich das erwartete, als berechnend und karrieregeil dargestellt.

Und zu guter Letzt Alice Schwarzer eine Ikone der Emanzipationsbewegung, in deutschen Talkshows gern gesehene GästIn 😉 für pointiertere Aussagen, die sich auch gerne als moralische Instanz inszenierte, von ihr wissen wir jetzt das sie Steuerhinterziehung im großen Stil begangen hat. Spöttische Kommentare und großes Bedauern ob der verlorenen Integrität geistern durch die Medien. Sie selbst zeigt Reue und Bedauern, sieht sich aber auch als Opfer der Medienwelt, denn andere Selbstanzeiger würden nicht in die Öffentlichkeit gezerrt.

Da hätten wir jetzt unterschiedlichste Frauenbilder, die Sexbombe, die Frauenkämpferin, die Karrierefrau, die Hilflose, gibt es heute ein einheitliches Frauenbild? Wollen wir, oder gar die Männer das? Im Mittelalter war die Idealfrau „unterwürfig und duldsam“ – später sollten Frauen „häuslich und kinderlieb“ sein – und doch ist die Geschichte voll mit Frauen die nicht dem jeweiligen Ideal entsprachen und doch faszinierender waren als die anderen. Cleopatra, Anne Boleyn, Queen Elisabeth I, Kaiserin Maria Theresia, Queen Victoria, Katharina die Große uvm. Sie alle haben gegen die Konventionen agiert – sie zeitweise sogar verändert. Vor allem aber haben sie den Weg bereitet, dass Frauen heute selbst entscheiden können, ob sie die Sexbombe, die Ehefrau, die Karrierefrau oder alles zusammen sein wollen. Viele Frauen haben sich auf die unterschiedlichsten Wege emanzipiert, diese vier Frauen, vier Geschichten und vier unterschiedliche Frauenbilder sind der Beweis dafür. Unterschiedlicher als Schwarzer, Müller, Marolt und Trierweiler können Frauen nicht sein und sie polarisieren, sie werden beurteilt, sie werden sogar verurteilt und doch bin ich froh, dass wir in einer Welt leben in der es möglich ist so unterschiedlich Frau zu sein. Und gebt es doch zu – mit solch bunten Lebensbildern von Frauen lebt es sich viel lustiger – Gel meine Herrn?

* Ja geoutet: ich habe das Dschungelcamp gesehen – nicht täglich aber doch genügend um zu wissen was dort passiert ist.